Warum wir meditieren sollten

Durch Meditation lernen wir, bewusster mit äußeren Reizen umzugehen und zu entscheiden, ob und wie wir auf bestimmte Reize reagieren möchten. Dieses Bewusstsein beschenkt uns mit der Freiheit, dass wir zwar nicht das Leben vollständig kontrollieren, aber unsere Reaktion darauf mit bewussten Entscheidungen steuern können.


Die Netzwerkforschung hat herausgefunden, dass wir durchschnittlich 100 Kontakte pro Woche haben. Das fängt beim Nachbarn während des Müll Rausbringens an, geht beim Einkaufen weiter und findet vor allem in unseren sozialen Gefügen, also in der Familie, bei Freunden und im Job statt. Jeder unserer Kontakte hat wiederum 100 Kontakte pro Woche, und so weiter. Es wurde belegt, dass unser Verhalten Auswirkungen auf bis zu 4 Kontaktverbindungen zu unserem ursprünglichen Kontakt haben kann. Das bedeutet, dass wir mit einem Lächeln oder einer freundlichen Geste nicht nur unser unmittelbares Umfeld, sondern nachweislich auch das Umfeld unseres Umfeldes positiv beeinflussen können.


Umgekehrt geben wir auch negative Impulse weiter. Durch unsere Kontakte und die Kontakte dieser Kontakte prasseln bestimmte Reize auf uns ein. Jede*r von uns ist immer wieder negativen Reizen ausgesetzt. Es ist nicht einfach, in diesen Situationen so geistesgegenwärtig zu sein, um bewusst zu entscheiden, wie wir reagieren wollen. Hier kommt die Achtsamkeit ins Spiel, die wir uns durch Meditation aneignen können. In solchen Momenten können wir entscheiden, ob wir beispielsweise das aggressive Verhalten eines Verkehrsteilnehmers weitergeben oder wie ein Blitzableiter einfach an die Erde abgeben möchten. Es ist auch okay, erst im Nachhinein zu erkennen, dass wir etwas besonnener hätten reagieren können. Und dann uns vorzunehmen, beim nächsten Mal eine andere Verhaltensweise auszuprobieren.


Fest steht, dass wir mit unseren täglichen Verhalten, mit dem Innehalten in hitzigen Situationen und dem Aussenden positiver Gedanken, Worte und Taten aktiv die Welt verbessern können. Denn wir haben einen Einfluss auf unser Umfeld und können zu kollektivem Glück, Frieden und Freude beitragen. Wir können sogenannte „Inseln des Glücks“ kreieren. Umgekehrt gilt das Gleiche.


Wenn wir über einen Zeitraum von einigen Monaten regelmäßig meditieren, stärken wir nicht nur unsere Achtsamkeit und Unterscheidungsfähigkeit. Wir werden sensibler und in uns wächst das Mitgefühl für andere Lebewesen, weil wir nach und nach unsere erlernten Verhaltensmuster erkennen und loslassen können und so einen offeneren Blick für unsere Mitmenschen und Umwelt bekommen. Wir erweitern unser Bewusstsein und werden kreativer. Und wir stärken unsere Verbindung zu unserem Inneren und damit unser Selbstbewusstsein und unsere Selbstliebe. So können wir neugierig und offen aufeinander zugehen und gemeinsam die Welt erschaffen, die wir uns wünschen.


Denn die Rufe nach einer Veränderung unserer Gesellschaft und Lebensweise werden immer lauter und dringlicher. Wir brauchen kreative Antworten auf komplexe Fragen: Wie können wir Wirtschaft und Ökologie miteinander verbinden und Systeme erschaffen, die nicht unsere Lebensgrundlage zerstören? Wie können wir eine Gesellschaft kreieren, in der alle Menschen sich gehört und akzeptiert fühlen, so wie sie sind. In der wir unsere Bedürfnisse nach Authentizität, geistigem Wachstum und kreativem Ausdruck ernst nehmen? In der statt Leistungsdruck und Konkurrenzkampf Kollaboration, Mitgefühl und Verbundenheit im Vordergrund stehen? In der unterschiedlichste Lebenskonzepte, Ansichten und Religionen friedlich nebeneinander koexistieren können und sich gegenseitig befruchten? In der wir unsere Ressourcen so verteilen, dass die Grundbedürfnisse aller Mitglieder gedeckt sind? Wo selbstverständlich körperlich behinderte Menschen, Kinder und Alte in Architektur und Städteplanung mitgedacht werden? Wo Orte der Begegnung erschaffen werden und wir unsere persönlichen Blasen verlassen können, um an möglichst vielen Lebenswirklichkeiten teilhaben zu dürfen?


Die Schule hat uns darauf vorbereitet zu gehorchen, zu funktionieren und der Norm zu entsprechen. Diese gelernten Denk- und Verhaltensweisen setzen wir oftmals als Erwachsene fort, um Anerkennung zu erhalten und dazu zugehören. Es ist nun an der Zeit die eigenen Werte und Maßstäbe zu leben. Zu dem wunderbaren einzigartigen Menschen zu werden, der wir in unserem tiefsten Kern sind.


Meditation beschenkt uns mit innerem Frieden und der Stärke, authentisch unseren Weg zu gehen und unsere Erkenntnisse im Alltag umzusetzen. Und wir erkennen, dass unser Herz unsere Heimat ist. Unser Körper unsere Wohnung. Und die Erde unser Zuhause.